Die
SDCC 2026 ist um – und neben krassen neuen Collectibles (mehr dazu in unserem kommenden NADFU Special) gab es natürlich jede Menge Neuigkeiten aus der Filmwelt. Wie jedes Jahr waren auch diesmal wieder viele Filmemacher und Schauspieler vor Ort. Manche davon haben sich, wie Johnny Depp oder Ryan Reynolds, im vollen Kostüm für kommende Filmauftritte unter das Messevolk gemischt, oder, wie Guillermo del Toro oder Eli Roth, Collectibles-Herstellern einen Besuch abstatten. Vor allem aber sind sie in zahlreichen
Panels zu sehen, um dort ihre Projekte vorzustellen. Wir haben Euch hier die spannendsten Panels zusammengefasst.
AVATAR: DER HERR DER ELEMENTE
Das
»Avatar«-Franchise stand auf der diesjährigen SDCC vor allem mit seinem neuen Animationsfilm im Rampenlicht. Dieser erschien am 25. Juli – also kurz nach dem Panel – unter dem Namen
»Avatar Aang: Der Herr der Elemente« auf Paramount+ und erzählt eine Geschichte mit den inzwischen erwachsenen Helden aus der Nickelodeon-Serie »Avatar: Der Herr der Elemente«. Außerdem präsentierte das Kreativteam um Konietzko und DiMartino einen ersten Teaser zur kommenden Serie
»Avatar: Die sieben Häfen«, die am 9. Oktober mit 26 Episoden ebenfalls auf Paramount+ starten wird. Erdbändigerin Pavi ist Korras Nachfolgerin und muss sich als neuer Avatar in einer Welt behaupten, in der sie als Zerstörerin der Menschheit gilt. Zeitgleich mit dem Panel fand der Release des Videospiels
»Avatar Legends: The Fighting Game« statt, in dem es den Film-Charakter Tagah bald als kostenlosen DLC-Kämpfer geben wird. Fakt ist, dass das »Avatar«-Franchise nach vielen Jahren wieder einen massiven Aufschwung erleben darf. Wir sind gespannt, was uns in nächster Zeit noch aus der Feder von
Bryan Konietzko und
Michael Dante DiMartino erwarten wird!
Hier könnt Ihr Euch das Panel ansehen:
https://youtu.be/fv60UgD4UP0SPACEBALLS
Beim
»Spaceballs: The New One«-Panel in der vollbesetzten Hall H drehte sich alles um die lang erwartete
Fortsetzung der Kult-Satire von 1987. Die Veranstaltung wurde von Kevin Smith moderiert; anwesend waren Regisseur Josh Greenbaum sowie die Besetzung – Rick Moranis, Daphne Zuniga, Josh Gad, Keke Palmer und Lewis Pullman – und die Drehbuchautoren Dan Hernandez und Benji Samit. Mel Brooks und Bill Pullman übermittelten Videobotschaften.
Ganz im Stil von Mel Brooks
parodierte das Spaceballs-Team die
Marvel-Panels und deren typische Ankündigungen mit einem riesigen
»Spaceballs Cinematic Universe«, das sich über die 180-Grad-Leinwände im Saal erstreckte. Gezeigt wurden über elf Phasen hinweg bizarre zukünftige Iterationen, Sequels und Spin-offs (wie »The Schwartz Awakens« oder Musicals). Der eigentliche Clou war jedoch die Anwesenheit des eigentlich bereits im Ruhestand befindlichen Schauspielers
Rick Moranis, der für die »Spaceballs«-Fortsetzung eigens auf die Leinwand zurückkehrte. Kevin Smith bat darum, den Saal zu "durchkämmen", um Moranis aufzuspüren – und tatsächlich wurde er gefunden: Er trug den Helm von Lord Helmchen (Dark Helmet) und erntete Standing Ovations. Während des Panels erinnerten sich die
Filmemacher Josh Gad und Josh Greenbaum an die Präsentation der Fortsetzung bei Mel Brooks, während Daphne Zuniga und Rick Moranis über ihre Rückkehr zu ihren ikonischen Rollen und das erste Wiedersehen mit Brooks nach Jahrzehnten sprachen. Keke Palmer erzählte, wie es war, in das legendäre Spaceballs-Universum einzutauchen, und Lewis Pullman erinnerte sich an seinen Einstieg in das Franchise, das die Karriere seines Vaters Bill Pullman begründet hatte. Gad würdigte außerdem eines seiner persönlichen Idole, John Candy, den er als Herz und Seele des Originalfilms bezeichnete.
Der voraussichtliche US-Kinostart für »Spaceballs: The New One« ist der
23. April 2027.
Schaut euch das Panel hier an:
https://youtu.be/1O0nlFRhUzEALIENS
Beim
»Aliens 40th Anniversary« Panel kam es zu einer
Reunion vieler Space-Marines aus dem Film. Die Teilnehmer waren Jenette Goldstein (Private Vasquez), Mark Rolston (Private Drake), Ricco Ross (Private Frost), William Hope (Lieutenant Gorman), Daniel Kash (Private Spunkmeyer), Cynthia Scott (Corporal Dietrich) und Carl Toop (Alien Warrior). Das Panel wurde von Mark Atkinson moderiert.
Die Schauspieler sprachen über die
Zusammenarbeit mit James Cameron sowie über ihre persönlichen Casting-Erfahrungen. Zudem teilten sie
Anekdoten vom Set und reflektierten die bahnbrechenden
praktischen Effekte des Films sowie das andauernde
Vermächtnis des Meisterwerks. Das Panel war recht nett und durchaus unterhaltsam, aber uns fehlten ein wenig die ganz großen Namen auf der Teilnehmerliste.
Einen Mitschnitt findet Ihr hier:
https://youtu.be/W_A9NZX9YBgLUCAS MUSEUM OF NARRATIVE ART
Das
Lucas Museum of Narrative Art von
George Lucas und seiner Ehefrau
Mellody Hobson, das am
22. September in Los Angeles seine Pforten öffnet, widmet sich der
Kunst des Geschichtenerzählens. Lucas hatte letztes Jahr in einem Panel auf der SDCC bereits selbst das Museum vorgestellt. Nun, ungefähr zwei Monate vor der Eröffnung, führte Keke Palmer durch eine Diskussion über die Ausstellung. Zu Gast waren der
Kurator des Museums, Ryan Linkof, die Produzenten, Autoren, Regisseure und langjährigen kreativen Partner
Matthew Senreich und Seth Green sowie Künstler und Präsident, Herausgeber und Kreativdirektor von DC,
Jim Lee.
Linkof gab einen Ausblick darauf, was Besucher im Museum erwartet. Vor allem
Kunst aus dem Alltag, die in traditionellen Kunstmuseen keinen Platz hat, wie Comics, Illustrationen, Filmplakate etc., soll dort gewürdigt werden. Außerdem konnte er verraten, dass es im Museum zwei Kinosäle gibt, in denen dauerhaft ein
Filmprogramm läuft, in dem die Kunst des Filmemachens, von experimentellen Filmen, Dokumentationen bis hin zu Animationsfilmen, sowie die dahinterstehenden Künstler gefeiert werden. Auch Lee erzählte begeistert davon, wie Kunst, die eher als Unterhaltung für die breite Masse gesehen wird, dort hervorgehoben wird. Zeichnungen von Frank Frazetta, Norman Rockwell, Lee selbst und vielen weiteren Künstlern wird dort zu sehen sein. Er betonte zudem die Rolle von
Kunst als Selbstausdruck und Inspiration. Senreich und Green erzählten von ihren Anfängen als Künstler und unterstrichen die Relevanz des Museums als Ort, an dem Kunst nicht nur gesammelt und ausgestellt, sondern auch
präserviert wird. Und sie durften noch etwas verkünden: Im Museum werden Episoden der nie ausgestrahlten Star-Wars-Parodie-Animationsserie
»Star Wars Detours« zu sehen sein, die Green und Senreich mit Lucasfilm Animation produziert haben.
Hier könnt Ihr Euch das Panel ansehen:
https://youtu.be/qR8IFgYjkcwPANS LABYRINTH
Ein Thema zog sich in diesem Jahr wie ein roter Faden durch mehrere SDCC-Panels: der Einsatz von
KI in der Filmindustrie. Erst im Frühjahr hatte »Ant-Man«-Star Evangeline Lilly (Wasp) auf Instagram wütend gegen Disney ausgeteilt, nachdem der Konzern rund 1.000 Stellen strich – darunter Marvels langjährigen Visual-Development-Chef Andy Park, der u. a. ihr Wasp-Kostüm entworfen hatte. Lilly warf Disney vor, die Designs der entlassenen Künstler künftig per KI weiterverwenden zu lassen, und richtete ein knappes "Shame on you" direkt an den Konzern.
Beim
»Pan's Labyrinth – 20th Anniversary«-Panel, welches ein großes einstündiges Interview mit Regisseur, Autor und Produzent
Guillermo del Toro, Ofelia-Schauspielerin
Ivana Baquero, Faun/Pale-Man-Darsteller
Doug Jones sowie Kameramann
Guillermo Navarro darstellte, schloss sich del Toro Lillys Sichtweise praktisch an und bezog klar
Stellung gegen KI im Film: Für die kommende konvertierte
3D-Fassung des Films zum 20-jährigen Jubiläum bestand er auf persönlicher Aufsicht, lehnte KI-Tools komplett ab und finanzierte die aufwendige Konvertierung gemeinsam mit Mitstreitern selbst – rund 1.000 Artists rotoskopierten den Film stattdessen von Hand. Er nutzte den Moment auch für grundsätzliche KI-Kritik: Die Technologie nehme dem Nachwuchs die Möglichkeit, VFX- und Postproduktions-Handwerk überhaupt zu erlernen.
Auch gab es spannende Einblicke in den
handwerklichen Teil des Drehs vor 20 Jahren: Für den Faun z. B., den Doug Jones neben dem Pale Man spielte, studierte er die Hinterbein-Bewegungen von Ziegen und Kühen. Del Toros Konzept sah vor, dass der Faun im Laufe des Films rückwärts altert – jünger, kräftiger und graziler wird, je mehr Ofelias Glaube die Unterwelt wiederherstellt, umgesetzt über graduelle Veränderungen bei Maske, Haltung und Bewegung. Ivana Baquero, die als Ofelia bei den Dreharbeiten erst 11 Jahre alt war, beschrieb del Toro als ungewöhnlich kollaborativ – er habe sie trotz ihres jungen Alters wie eine gleichberechtigte kreative Partnerin behandelt. Zum Abschluss griff del Toro einen seiner Kernsätze auf:
Kunst könne Leben retten und in schwierigen Momenten Hoffnung geben.
Hier seht Ihr das Interview:
https://youtu.be/ZkQgyHcVEdQMARVEL
Das zentrale Panel in der großen Hall H war natürlich wie jedes Jahr das Showcase von
Marvel Studios am Samstag. Dieses Jahr fokussierte sich
Chef Kevin Feige in seiner Präsentation besonders auf die
Kinoseite des Marvel Cinematic Universe, nur die Serie »VisionQuest« (14. Oktober auf Disney+) als Abschluss der Wanda-Trilogie wurde kurz in einem Nebensatz erwähnt. Ansonsten ging es nur um Kinofilme, und da rollen ja doch einige Brecher auf uns zu. Gestern startete bekanntlich
»Spider-Man: Brand New Day« und dazu kam
Jon Bernthal (The Punisher) kurz auf die Bühne. Im großen
»Avengers: Doomsday«-Abschnitt der Show versammelten sich die Stars – letztendlich spannend war hier vor allem
Hayley Atwells Auftritt, der damit erstmals bestätigte, dass Peggy Carter Teil der Doomsday-Geschichte sein wird, sowie der skurrile Auftritt von
Ryan Reynolds in einem Jean-Grey-farbenen Deadpool-Kostüm, welcher die Gerüchtemaschinerie natürlich massiv anfeuerte. Hat er mal eben in einem Atemzug »Spider-Man«, »Doomsday« UND »Secret Wars« gespoilert?
Die überraschendste und größte News des Panels war definitiv die Ankündigung eines neuen
»Ghost Rider«-Films mit Ryan Gosling in der Titelrolle unter der Regie von
Shawn Levy. Geplant für einen Release in 2028, setzt hier Disney vermutlich auf das Team hinter »Star Wars: Starfighter« und will Ryan Gosling langfristig an sich binden.
Außerdem stellte
Ryan Coogler »Black Panther III« vor, welcher im Dezember 2028 in die Kinos kommen soll. Neben Letitia Wright (Shuri) und Winston Duke (M'Baku) holte er sich
David Jonsson (»The Long Walk – Todesmarsch«, »Alien: Romulus«) auf die Bühne, welcher als
T'Challa Junior der
neue Black Panther werden soll. Ungewöhnlich, da Jonsson mit 32 Jahren deutlich älter ist als der bisherige Sohn T'Challas. Auch hier gab es wieder viele Spekulationen über die möglichen Implikationen des soften Reboots des MCU nach »Avengers: Secret Wars«.
Hier geht's zu einer Aufnahme des Panels:
https://youtu.be/-NyY15StgpcNeben dem Marvel Studios Panel gab es am Donnerstag auch noch ein Showcase zum neuen
»Marvel's Wolverine«-Game von Insomniac, welches definitiv
eines DER Spiele des Jahres werden könnte.